Belletristik

Rezension „Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß“ von Hiromi Kawakami

dieerdeJapanische Autoren liegen bei mir nicht all zu häufig auf dem Bücherstapel. Nicht, weil ich sie nicht mag, sondern viel eher, weil ich sie meist nicht kenne. Na klar habe ich was von Haruki Murakami gelesen. Und auch ein paar Graphic Novels, zum Beispiel von Jiro Taniguchi (sehr empfehlenswert!). Dann endet die Liste aber auch schon wieder.

Bevor ich bei Internetbüchersuchen auf die japanische Autorin Hiromo Kawakami gestoßen bin, hatte ich zum Beispiel noch nichts von ihr gehört. Jetzt weiß ich, dass Kawakami studierte Naturwissenschaftlerin ist und als Lehrerin für Biologie arbeitete, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete.

In „Der Himmel ist weiß, die Erde ist blau“ schreibt sie über eine Liebesgeschichte, wie auch schon der Untertitel verkündet. Die hat aber ihre Eigenheiten. Die beiden Protagonisten – die 37-jährige Tsukiko und ihr rund 30 Jahre älterer ehemaliger Japanischlehrer treffen sich zunächst zufällig in einer Bar. Überhaupt wird in dem Buch viel getrunken. Um sich näher zu kommen, brauchen die beiden Einzelgänger wohl erst mal viel Alkohol. Geredet wird am Anfang nich so viel. Die beiden sitzen in ihrer Stammbar nebeneinander, trinken Sake und essen Tofu. Und beide spüren dennoch schnell eine Anziehungskraft, die vom anderen ausgeht, der sie sich aber immer wieder zu entziehen versuchen. So ist das Buch auch die Erzählung einer langsamen Liebe.

Kawakami beschreibt die Annäherung der beiden in einer sehr sanften, leichten Sprache. Beim Lesen entstanden bei mir viele Bilder im Kopf, die Worte regen die eigene Vorstellungskraft an.

Fazit: Wie ein Hauch von japanischen Kirschblüten kommt das Buch beim Lesen manchmal daher, ohne dabei kitschig zu sein. Es erzählt eine ungewöhnliche Liebesgeschichte auf ganz eigene Weise – und zwar so, dass man beim Lesen wenig über die gesellschaftlichen Konventionen nachdenkt, sondern eher, dass man diesen beiden Einzelgängern ein gemeinsames Glück wünscht.

Deutscher Taschenbuchverlag | 192 S. | ISBN: 978-3-423-13857-4

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