Belletristik

Rezension „Leben auf dem Land“ von Sue Hubbell

leben-auf-dem-land-9783257069600Mit einiger Neugier habe ich das Buch „Leben auf dem Land“ von Sue Hubbell aufgeschlagen. Ich versprach mir ein Buch, das zum Entschleunigen einlädt, gut geeignet für einen Sommertag im Grünen. Also begann ich mit dem Lesen …und stellte bald fest, dass die Entschleunigung für mich etwas zu weit ging. So konnte ich keine Seite lesen, ohne in einen trägen Dämmerzustand abzugleiten. Mein Fazit nach kurzer Zeit: Für mich bietet das Buch zu wenig Handlung, die sehr detailreichen Naturbeschreibungen interessieren mich kaum und bringen meinen Geist beim Lesen daher permanent auf Abwege. Da ich selten Bücher weiterlese, bei denen Leselust und Interesse so gar nicht anspringen, habe ich das Buch beiseitegelegt.

Stattdessen fiel mir jemand ein, dem das Buch gefallen könnte. Und so gab ich es meiner Mutter zu lesen, die daraufhin eine Rezension dazu verfasst hat, die es nun hier zu lesen gibt:

[Gastbeitrag von Gabriele K.]

Schon der Titel „Leben auf dem Land“ machte mich neugierig. Ich lebe selbst auf dem Land und bin daher immer auf der Suche nach neuen Ideen und Erfahrungswerten. Zunächst wollte ich etwas mehr über die Autorin des Buches erfahren.

Sue Hubbell ist studierte Biologin, Jahrgang 1935 und arbeitete bis 1972 als Bibliothekarin an der Brown University in Rode Island bis sie beschloss, gemeinsam mit ihrem Ehemann, eine Farm in Ozark im Bundesstaat Missouri zu kaufen. Das Leben auf einer Farm war für beide völliges Neuland. Das Buch ist autobiografisch und beginnt als Sue nach 30 Jahren Ehe von ihrem Mann verlassen wird und sie von da an allein auf der Farm lebt und ihr Geld mit einer Bienenzucht verdient.

Im Buch beschreibt sie einen Jahreszyklus, aufgeteilt nach den verschiedenen Jahreszeiten. Für mich faszinierend beschreibt sie darin ihre Tätigkeiten auf der Farm. Bei den sehr detailreich geschilderten Tierbeobachtungen kann sie ihr Biologiestudium nicht leugnen. So wird ein ganzer Abschnitt der Grasmilbe gewidmet, wobei naturkundlich interessierte Leser noch einiges dazulernen können.

Eine eindrucksvoll beschriebene Szene ist, wie sie ihren Neffen auf natürliche Weise gegen Bienengift desensibilisiert. So viel sei verraten, natürlich mit Stichen von den Bienen, die nach einem ganz bestimmten Schema verabreicht werden. Außerdem lässt sie uns daran teilhaben, wie sie ihren Honig produziert. Alles in allem wird sie durch ihre Arbeit nicht reich, kann sich aber davon ernähren und ist ein glücklicher Mensch. Darüber, was wird, wenn sie die Arbeit aus Altersgründen nicht mehr machen kann, denkt sie noch nicht nach.

Fazit

Das Buch ist eine Aneinanderreihung von Lernprozessen. Zum einen die Naturbeobachtungen mit ihren Schönheiten und Gesetzmäßigkeiten und zum anderen die schwere Arbeit und sparsame Lebensweise, womit Sue Hubbell zurechtkommen muss. Sie hat viel gelernt, um in der „Wildnis“ bestehen zu können.

Das Buch hat mir wieder gezeigt, dass man mit der Natur und ihren Gesetzen leben kann und sollte. Es war auch erstaunlich zu lesen, wie wenig materielle Dinge zum Leben notwendig sind und wie man ein Leben fern von Konsumdenken und Alltagshektik führen kann.

Leben auf dem Land | 272 S. | ISBN: 978-3-257-06960-0

Vielen Dank an den Diogenes-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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