Zitate

Auf dieser Seite sammele ich Lieblingszitate aus Büchern. Wenn ich lese, dann streiche ich gern Sätze an oder mache mir Randnotizen. Einen Teil davon werde ich hier veröffentlichen. Die Sätze haben mir gefallen, weil sie zum Nachdenken anregen, etwas über Autorin oder Autor verraten oder etwas aus ihrer jeweiligen Entstehungszeit preisgeben. Aus dem Zusammenhang entwendet erschließt sich vielleicht nicht der Kontext jedes Zitats, aber so sind eigene Interpretationen gefragt…

 

ZITATE AUS ROMANEN

 

“I remembered that the real world was wide, and that a varied field of hopes and fears, of sensations and excitments, awaited those who had the courage to go forth into it’s expanse, to seek real knowledge of life amidst it’s perils.”
(in: Jane Eyre von Charlotte Brontë)

 

ZITATE AUS BIOGRAFIEN/TAGEBÜCHERN

 

„Ich finde, wir sollen von unserer armen Seele nicht immer Sonntagsstimmung verlangen. Und dann finde ich, jeden Akt, den wir tun, das sind wir, und man soll Achtung davor haben. Ich erkenne keine Norm an, nicht Norm Rilke, Norm Becker etc., sondern fasse den Menschen auf in seiner mannigfachen Vielfarbigkeit oder versuche es zu tun, in Demut und habe Achtung davor“
(Brief von Paula Modersohn-Becker an Rainer Maria Rilke, in: Paula Modersohn-Becker. Eine Biografie mit Briefen von Marina Bohlmann-Modersohn)

 

„Eine Landschaft sind wir, worin wir uns einleben müssen, so heimisch wie möglich werden und nicht vergesen, dass der Himmel über allen derselbe ist.“
(Tagebucheintrag Lou Andreas-Salome, in: Lou Andreas-Salomé von Kerstin Decker)

 

„Leute, in deren Gegenwart einem doch etwas einfällt, zumindest die Lust kommt, Sätze zu bilden, Sätze die nicht vorrätig sind, die einen selber noch überraschen – und die andern Leuten, in deren Gegenwart ich mir selber nicht zuhöre, vielleicht umso mehr rede, weil ich mich langweile: ich mich selbst. Die einen und die andern sind weder die Gescheiteren noch die Dümmeren, es hat auch wenig mit dem Grad ihrer Freundlichkeit zu tun. Womit also?“
(in: Aus dem Berliner Journal von Max Frisch)

 

„Wenn Gram an dem Herzen nagt, wenn trübe Laune unsre einsamen Stunden vergiftet, wenn uns Welt und Geschäfte anekeln, wenn tausend Lasten unsre Seele drücken und unsere Reizbarkeit unter Arbeiten des Berufs zu ersticken droht, so empfängt uns die Bühne  – in dieser künstlichen Welt träumen wir die wirkliche hinweg, wir werden uns selbst wiedergegeben, unsre Empfindung erwacht, heilsame Leidenschaften erschüttern unsre schlummernde Natur und treiben das Blut in frische Wallungen.“
(Schiller über das Theater, in: „Diesen Kuss der ganzen Welt!“. Der junge Mann Schiller von Friedrich Diekmann)

 

„Und so begann diejenige Richtung, von der ich mein ganzes Leben über nicht abweichen konnte, nämlich dasjenige, was mich erfreute oder quälte oder sonst beschäftigte, in ein Bild, ein Gedicht zu verwandeln und darüber mit mir selbst abzuschließen, um sowohl meine Begriffe von den äußeren Dingen zu berichtigten als mich im Innern deshalb zu beruhigen.“
(in: Goethe erzählt sein Leben zusammengestellt von Hans Egon Gerlach und Otto Herrmann)

 

„Bei mir gleitet das Leben Tag und Tag dahin und gibt mir das Gefühl, als ob es mich zu etwas führe. Und dieses hoffende, steigende Gefühl ist wohl die stille Seligkeit meiner Tage. Es ist merkwürdig, dass das, was man für gewöhnlich Erlebnisse nennt, in meinem Leben so wenig Rolle spielt. Ich habe, glaube ich, auch welche. Aber sie scheinen mir gar nicht das Hauptsächlichste im Leben, sondern das, was zwischen ihnen liegt, der tägliche Kreislauf der Tage, das ist für mich das Beglückende.“
(Tagebucheintrag von Paula Modersohn-Becker, in: Paula Modersohn-Becker. Eine Biografie mit Briefen von Marina Bohlmann-Modersohn)